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Aufbewahrung und Haltbarkeit
Wer schon einmal mit ätherischen Ölen gearbeitet hat, weiß, welch wunderbare Wirkung diese Pflanzenessenzen haben können. Aber ätherisches Öl ist nicht gleich ätherisches Öl. Die hochkonzentrierten Pflanzendüfte bedürfen einer sorgfältigen Auswahl und Behandlung, wenn sie ihre Wirksamkeit voll entfalten sollen. Deshalb haben wir hier Wissenswertes rund um das ätherische Öl zusammengetragen. Ätherische Öle verhalten sich ähnlich wie Weine: die schweren, dunklen Düfte erlangen erst mit der Lagerung über einen längeren Zeitraum an Tiefe und Reife. Sie stammen vorwiegend aus Hölzern und Wurzeln, aber nicht immer. Diese Öle, z.B. Patchoulie, Jasmin, Sandelholz und Rose halten sich gut bis zu fünf Jahren. Leichte, spritzige Düfte wie z.B. die Zitrusdüfte oder auch Wacholder sollten schnell aufgebraucht werden, da sie schnell altern und ihre Wirkstoffe verlieren. Sie halten sich meist nur ein bis zwei Jahre. Die Öle vertragen kein direktes Sonnenlicht und sind temperaturempfindlich. Deshalb ist es wichtig, sie in dunklen Glasflaschen an einem kühlen Ort (vorzugsweise 14 bis 18 Grad, möglichst aber eine gleichbleibende Temperatur) aufzubewahren. Ätherische Öle gehören nicht in Plastikflaschen, denn einige Aromen lösen Kunststoffe auf. Aus diesem Grund sind auch Flaschen mit Gummipipetten eher nicht geeignet. Öle altern schneller, je mehr Luft in den Flaschen ist und je öfter die Flasche geöffnet wird. Wenn Sie also mit ätherischen Ölen ein Massage- oder Badeöl mischen, achten Sie darauf, daß Sie dieses Öl in einer dunklen Glasflasche aufbewahren oder stellen Sie es an einen dunklen Ort (z.B. in den Schrank).
Gewinnung Die Duftessenz der Pflanzen wird je nach Art der Pflanze und des ölhaltigen Teils mit unterschiedlichen Methoden gewonnen. Einige davon stellen wir Ihnen hier vor: Wasserdampf-Destillation Durch das zerkleinerte Pflanzenmaterial wird heißer Wasserdampf geleitet Die flüchtigen ätherischen Öle werden dabei mitgerissen. Nach Abkühlung des Dampfes werden kondensiertes Wasser und ätherisches Öl getrennt. Kaltpressung Diese Methode wird hauptsächlich zur Gewinnung sogenannter Agrumenöle aus Zitrusfrüchten angewandt. In großen Behältern werden die Fruchtschalen ausgepreßt. Extraktion Mit Hilfe verschiedener Lösungsmittel werden die Essenzen aus den Pflanzen herausgezogen, z.B. mit Alkohol, Hexan oder Petroläther. Diese Stoffe werden dann aus dem Extraktionsgut wieder entfernt. Weil mit dieser Methode nicht nur das ätherische Öl, sondern auch Wachse und Farbstoffe aus der Pflanze gelöst werden, werden durch Extraktion gewonnene Öle mit "Absolue" (aus Blumen oder Kräutern gewonnen) oder "Resinoid" (aus pflanzlichen Harzen gewonnen) bezeichnet. Zwar sind auch bei sorgfältigster Verarbeitung die Lösungsstoffe im Öl noch nachweisbar, aber nur mit dieser Methode kann z.B. aus Jasmin und Hyazinthe das Öl gewonnen werden.
Wundervolle Rezepte
Sie benötigen als Grundlage für eine Aroma-Massage 1 Eßlöffel Basisöl (z.B. Mandel-, Jojobaöl) und 6 Tropfen ätherisches Öl. Die beiden Stoffe werden gemischt, indem Sie mit dem Finger eine Acht beschreiben und dabei gute Gedanken in das Öl leiten. Eine Aroma-Massage sollte mindestens 20 Minuten dauern. Das ätherische Öl wird am besten im unteren Rückenbereich, im Bereich des Schultergürtels, um den Solarplexus, an Händen und Füßen und über dem Brustbein aufgenommen. Die Haut des zu Massierenden muß warm sein und es sollen nur entspannende, wohltuende Griffe mit langsamen Bewegungen angewandt werden.
Entspannendes, öffnendes Massage-Öl
zu gleichen Teilen:
- Sandelholz - vermittelt zwischen den verschiedenen Ebenen des Menschen, weckt spirituelle Energien, verleiht Schutz gegen negative Einflüsse und Gedanken, reinigt die Aura, ist Balsam für die Seele, ist sinnlich anregend, schenkt eine angenehme, gefaßte und wohlige Stimmung, duftet balsamisch-süß, samtig-warmer, lang anhaltender Holzduft
- Weihrauch - dient der geistig-spirituellen Reinigung, erzeugt eine Atmosphäre von Frieden und innerer Ruhe, wirkt stark reinigend und klärend auf die Gedanken und den Astralkörper, macht durchlässig für kosmische Energien, fördert spirituelle Arbeit und mediale Fähigkeiten, hat bewußtseinserweiternde Wirkung, lenkt die Sinne nach innen, duftet balsamisch-würzig, holzig
Muskelentspannendes Massage-Öl
zu gleichen Teilen:
- Ingwer - stärkt die körpereigene Widerstandskraft, löst Erstarrungen, Verhärtungen und Blockaden, duftet warm, erdig, würzig mit süßlicher Note
- Lavendel - hat eine große schmerzstillende Wirkung, regt die Durchblutung der Haut an, gut zur Muskelmassage, duftet süß-balsamisch, kräuterartig, blumig-frisch
- Majoran - wirkt stark entkrampfend und entspannend, löst Schmerzen und Verkrampfungen der Muskulatur, duftet würzig, süß und warm
Stimmungsaufhellendes Massage-Öl
zu gleichen Teilen:
- Basilikum - hebt die Stimmung und muntert auf, gibt Kraft und Lebensfreude, bei Überlastung und fehlender Entschlußkraft, duftet angenehm würzig, durchdringend, süß, pfeffrig, aromatisch
- Bergamotte - hellt die Stimmung auf, wirkt antidepressiv, hilft bei Angst und mangelndem Selbstvertrauen, hilft, sich der Welt wieder zu öffnen und sich von eingängigen Gewohnheiten und Abhängigkeiten zu befreien, sorgt für seelische Balance und öffnet Herz und Sinne, duftet klar, frisch, lebhaft, fruchtig, heiter
- Rosenholz - entspannt, löst seelische Blockaden und stellt das emotionale Gleichgewicht wieder her, hilft bei innerer Verspannung, Nervosität und Streß, stimmungsaufhellend, Ruhe und innere Kraft spendend, duftet blumig, warm, leicht rosig mit würzig-süßem Hintergrund
Grundstoffe für jedes Badeöl: 90 ml Mandel-, Oliven-, Jojoba- oder Weizenkeimöl 10 ml ätherisches Öl
Sie können dem Bad auch noch einen Liter Buttermilch oder Molke zufügen, das tut der Haut gut und macht sie samtig und geschmeidig.
Oder Sie nehmen klares, heißes Wasser und fügen ihm einige Tropfen der ätherischen Öle zu. Denken Sie aber daran: Weniger ist hier mehr, ein bis drei Tropfen reichen völlig für ein Vollbad!
Um einen Ölextrakt herzustellen, werden Kräuter oder Gewürze in "Fett" erhitzt. Früher nahm man Olivenöl, geklärte Butter, Schweineschmalz, Gänse- oder Nierenfett. Heute zieht man ein leichtes, neutrales Pflanzenöl wie Sonnenblumenöl vor, obwohl die Heilkräfte der Butter beruhigend wirken. Die Rezepte und Zubereitungsmethoden sind für alle Fette gleich. Erhitzt nehmen sie die therapeutischen Wirkstoffe der Kräuter und Gewürze auf. Das Öl kann für Massagen, Abreibungen, als Badeöl oder Hautlotion, aber auch als Grundlage für Salben, Cremes, Zäpfchen, Pflaster oder Einreibmittel benutzt werden. Die Zutaten können trocken oderfrisch sein.
Zutaten Für etwa 300 ml oder 1¼ Becher Ölextrakt
50-75 g getrocknete oder 75-100 g frische Kräuter 300 ml oder 1¼ Becher reines Pflanzenöl
Zubereitung
- Zerkleinern Sie die Kräuter. Füllen Sie die Hälfte davon und das ganze ÖI in ein verschließbares oder hohes Glasgefäß.
- Stellen Sie das Gefäß in einen Topf, gießen Sie so viel Wasser in den Topf, daß es etwa 2,5 cm unterhalb des Gefäßrandes steht, und lassen Sie es langsam 2 Stunden köcheln. Durch das Wasserbad kann Öl erhitzt werden, ohne durch Kochen zu verderben. Um Zeit und Energie zu sparen, können 2-3 Gefäße zusammen in einem Topf erhitzt werden.
- Nach 2 Stunden läßt man die Mischung langsam abkühlen, bevor sie sauber abgesiebt wird. Das Öl hat seine Farbe nun gewechselt. In dieser Stärke kann es für Kinder verwendet werden, entweder direkt auf der Haut oder als Badeöl. Werfen Sie die ausgelaugten Kräuter auf den Kompost, wo sie verrotten und ihre organische Substanz an den Boden zurückgeben.
- Legen Sie das übriggebliebene Rosmarinkraut in das Gefäß, bedecken es mit dem gefilterten Öl und stellen es zurück ins Wasserbad, wo es weitere 2 Stunden, leicht köchelt. Vergessen Sie nicht, den Wasserstand zu kontrollieren, damit Öl nicht verbrennt.
- Wenn das Öl so weit abgekühlt ist, daß man damit arbeiten kann, wird es durch ein Sieb gegossen, das mit Musselin ausgelegt ist. Wenn Sie frische Kräuter benutzt haben, kann sich am Boden des Öls eine wäßrige, grüne Flüssigkeit sammeln. Sie muß abgegossen werden, weil sie schnell verdirbt und das Öl wertlos macht.
- Wenn das Öl durchgeseiht ist, drücken Sie die Kräuter in dem Tuch zusammen und pressen den letzten Tropfen Öl heraus. Obwohl sich das Öl normalerweise ein Jahr hält, kann es gelegentlich ranzig werden. Das kann man verhindern, wenn man 5-10 Prozent Weizenkeimöl hinzufügt.
- Füllen Sie das Öl in gereinigte Flaschen, beschriften Sie diese exakt mit Inhaltsangabe und Herstellungsdatum. Ölextrakte können allein oder als Grundlage für viele Präparate benutzt werden.
Ölextrakte sollten in Flaschen aus dunklem Glas aufbewahrt werden.
Rosenöl, In der Sonne erwärmt
Zutaten Duftende Blütenblätter roter Rosen (Damaszener-Rosen eignen sich gut für dieses Öl) Gutes Pflanzenöl wie kaltgepreßtes Olivenöl
Zubereitung
- Füllen Sie einen großen Krug oder eine Flasche mit Olivenöl. Fügen Sie Blütenblätter roter Rosen hinzu, so daß sie vom Öl bedeckt, aber nichtfest zusammengedrückt sind. Verschließen Sie das Gefäß luftdicht, und stellen Sie es in die pralle Sonne. Wenn die Blütenblätter allmählich braun werden, holen Sie sie heraus und legen frische Blüten hinein. Setzen Sie das so lange fort, bis das Öl sich rosa verfärbt hat. 20 oder mehr Wechsel können während eines Sommers nötig sein.
Um gegen schuppige, geschädigte oder entzündete Haut oder gegen Hämorrhoiden eine gründlich wirkende Salbe herzustellen, verdikken Sie das Öl, indem Sie es mit Bienenwachs im Verhältnis von 4 zu 1 verschmelzen. Ringelblumen-, Kamillen- und Rosenöl ergeben ausgezeichnete Salben, ebenso wilde Kräuter wie Vogelmiere und der große Wegerich.
Einreibemittel Gegen müde und schmerzende Glieder wird ein Einreibemittel aus 1 Teil Kräuteröl und 1 Teil Kräuter-Tinktur kräftig geschüttelt, bevor es aufgetragen wird. Einreibemittel dieser Art sind angebracht, wenn ein Öl für sich allein zu "heiß" wäre, beispielsweise die Gelenke bei akuten arthritischen Beschwerden zu behandeln. Rosenöl und Kamillen-Tinktur wirken lindernd. Thymian und Rosmarinöl zusammen mit Pfefferminz-Tinktur und einem Hauch Cayennepjeffer sind gut bei Gliederschmerzen, besonders nach einer Grippe.
Pessare und Zäpfchen Pessare gegen Entzündungen. Pilzbefall und Infektionen werden zubereitet, indem 2 g Bienenwachs 10 ml Pflanzenöl und 15 g Kakaobutter zusammen in eine Pessarform gegossen werden. Zäpfchen werden genauso angefertigt. Schneller geht es mit pulverisierten Trockenkräutern im Verhältnis von 1 Teil Kräuter und 3 Teilen zerlassener Kräuterbutter.
Wird Frisiercreme mit Rosmarin regelmäßig eingebürstet, bekommt das Haar einen schönen Glanz. Für eine gesunde Kopfhaut massieren Sie 20 Minuten vor dem Waschen eine kleine Menge ein. Zusätzliches Haarpflegemittel wird nicht gebraucht. Als Frisiercreme nehmen Sie 30 g frisches Rosmarinkraut und 150 ml Kokosnußöl, lassen es 2 Stunden im Wasserbad ziehen und filtern dann. Die Creme wird stärker, wenn der Vorgang 3mal mit Rosmarin wiederholt wird.
Kokosnußöl (manchmal -butter genannt) ist ein sanftes, weißes Fruchtöl, das bei Zimmertemperatur mittel haltbar ist, bei leichter Erwärmung schmilzt, beispielsweise wenn es mit der Haut in Berührung kommt. Präparate daraus können sich folglich extrem dünn auftragen lassen und gut aufgenommen werden. Kakaobutter ist ein cremiges, gelbes Öl, das bei Zimmertemperatur lange haltbar ist. Sie ist härter als Kokosnußöl und schmilzt viel langsamer: nützlich für Zäpfchen, Pessare und Pflaster, wenn'es darauf ankommt, daß sie sich langsam auflösen. Zäpfchen sollen je nach Rezept ½-4 Stunden halten, bis sie schmelzen. Die einmalige Qualität von Kokosnußöl und Kakaobutter macht sie äußerst nützlich als Zutat für pflanzliche Heilmittel.
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